Life!

Quelle: https://www.imdb.com/title/tt5442430/mediaviewer/rm66993152

Der Film von Daniél Espinosa kam am 23.März 2017 in die Kinos und wenn man den meisten Kommentatoren von Youtube glauben wollte, dann gab es diesen Film schon und er hieß Alien. Naja, Anleihen hat die Story sicher – aber der Blickwinkel ist ein anderer.

Um was geht’s bei Life?

Eine Bodenprobe vom Mars wird zurückgebracht und auf der ISS untersucht. Man entdeckt eine fossile Form eines Einzellers. Fremdes Leben und natürlich untersucht man diesen nun weiter. Es geschehen Fortschritte und das Wesen entwickelt sich .. und da es ein Science-Fiction-Horrorfilm ist, ist auch klar, wohin die Reise geht.

Was hat mir gefallen.

Der Film gilt als Horrorfilm, kommt aber wunderbar ohne jumpscares oder viel Blut und Gedärm aus. Espinosa schafft es auf sehr subtile Art und Weise Spannung aufzubauen. Denn es ist nicht nur Calvin, wie das Wesen vom Mars liebevoll von Schüler*innen getauft wird, der für die ISS Besatzung eine Gefahr darstellt. Auch der Weltraum, das Vakuum, das lebensfeindliche Umfeld, das die ISS umgibt, ist tödlich. Für beide unterschiedliche Lebensformen: Menschen und das Wesen vom Mars. Und natürlich gibt keiner so schnell auf.

Aber es geht nicht nur um das Überleben der Besatzung der ISS. Bei aller Verteidigung müssen die Protagonisten auch immer berücksichtigen, wie sie die Erde vor dem vermeintlich feindlichen Wesen schützen können. Das ist eine sehr hollywoodiesque Umsetzung des Problems der Rückwärts-Kontamination.

Rückwärts-Kontamination bedeutet das Eindringen von extraterrestrischen Lebensformen in die Biosphäre der Erde. Das kann nett und bereichernd werden, wenn diese Lebensformen nett sind und unsere Kultur bereichern wollen – in dem meisten Hollywoodfilmen ist das allerdings nicht der Fall. Tatsächlich hat man sich schon bei den Apollo Missionen mit dieser Frage beschäftigt. So mussten die Apollo 11 Piloten 17 Tage in Quarantäne, bevor sie sich nach ihrer Rückkehr wieder unter Menschen gesellen durften.

Diese Gefahr wird in Life sehr plastisch dargestellt und wird in die Handlungen der Figuren miteinbezogen. Evakuieren der ISS Crew auf die Erde? Läuft nur, wenn es ohne fremden Organismus klappt.

Fazit:

Sehenswerter, klassisch spannend aufgebauter Sciences-Fiction-Horrorfilm, der keine besonders gefährlichen Monster, blutige Szenen und Gemetzel braucht. Life lässt die Protagonisten in Angesicht eines Eindringlings auf ihrer sicheren Insel im tödlichen Universum eher ständig abwägen, welche Gefahren größer und schwerer wiegen: Die für ihr eigenes Leben oder die für die Menschheit.

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